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Verspäteter Karneval im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur

Am vergangenen Donnerstag, den 08.03.2012, tagte der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur.
Mehr oder weniger einziges Thema war die Einführung der Sekundarschule.

Zuvor hatte ein Team bestehend aus den Schulleitern der weiterführenden Schulen, dem zuständigen Schulrat, Vertretern der Stadt sowie als Experte und Moderator Herr Körbitz, Uni Bielefeld mehrere Monate über die Zukunft der Schullandschaft in Wermelskirchen beraten. Die einstimmig beschlossene Empfehlung war die Einführung einer Sekundarschule in der teilintegrativen Form.

Die sich an die ausführliche Vorstellung von Herrn Körbitz anschließende Aussprache entwickelte sich nach noch recht einvernehmlichem Beginn im weiteren Verlauf zu einem mustergültigen Lehrbeispiel zum Thema: “Wie schaffe ich Politikverdrossenheit in Wermelskirchen”. Nachdem der Rat der Stadt schon vor Monaten mit großer Mehrheit beschlossen hatte, ein Expertenteam und nicht die Kommunalpolitik Vorschläge zur Neugestaltung der Schullandschaft in Wermelskirchen erarbeiten zu lassen, konnte der geneigte Zuhörer dieser Veranstaltung ja eigentlich davon ausgehen, dass dem Expertenvotum dann auch einstimmig gefolgt wird, umso mehr als der Vorschlag einer teilintegrativen Sekudarschule im Expertengremium ebenfalls einstimmig beschlossen wurde.

Aber weit gefehlt! Der CDU-Fraktion, angeführt von Thorsten Schmalt, gefiel vermutlich aus ideologischen Gründen die Empfehlung des Expertenrates nicht. Die CDU verlangte darauf hin eine erneute Grundsatzdiskussion über die Form der Sekundarschule. Ein wirklicher Geniestreich! Bereits seit 20.12.2011 ist das für Wermelskirchen favorisierte Modell einer teilintegrativen Sekundarschule der Kommunalpolitik, also auch der CDU, bestens bekannt. Es war mehr als genug Zeit, sich grundsätzlich mit den Vorschlägen der Experten auseinanderzusetzen. Auch wäre es sicher ein Leichtes gewesen, sich in den Städten Lohmar und Essen über teilintegrativ arbeitende Schulen kundig zu machen. Dort ist man schon deutlich weiter. Nicht allerdings die örtliche CDU. Die CDU Wermelskirchen fängt mindestens 8 Monate zu spät eine Grundsatzdiskussion an, zu einem Zeitpunkt wo besonders die betroffenen Eltern aber natürlich auch die Lehrer nachdrücklich Klarheit verlangen. Das Letzte was Wermelskirchen jetzt braucht ist, dass Eltern aus Unsicherheit ihre Kinder auf die weiterführenden Schulen der umliegenden Gemeinden schicken.

Unpassend genug schon die Grundsatzdiskussion, obwohl der Zug hier schon seit Monaten abgefahren ist, so lehnte die CDU auch das weitgehende Angebot aller anderen Fraktionen ab, die Sekundarschule in Wermelskirchen stärker zu profilieren und den Anteil an selbstbestimmten Lernen zu reduzieren. Eine Forderung, die die CDU in den vergangenen Wochen selbst mehrfach erhoben hatte.

Weitere Auslassungen der CDU lassen sich dann nur noch als verspäteter Karnevals-Gag interpretieren. Auf die Bermerkung von SPD Ratsmitglied Norbert Galonska, die CDU sei mit ihrer Grundsatzdiskussion wohl ein wenig spät dran, zog Thorsten Schmalt dann ein Stück Papier aus der Tasche mit der Erwiderung, dass die SPD überhaupt erst am 5. Mai zusammen mit der Schulministerin die Diskussion eröffnen würde. Welch eine hübsches Eigentor: Das zitierte Schreiben war aus dem Jahr 2011! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Gott sei Dank haben sich die anderen Faktionen nicht durch dieses peinliche Störfeuer der CDU-Fraktion beirren lassen und mit überwältigender Mehrheit für die Einführung einer teilintegrativen Sekundarschule gestimmt, wie vom Expertengremium vorgeschlagen.

Der CDU Wermelskirchen sei jedoch Folgendes mit auf den Weg gegeben:
Wer sich für eine Expertengremium ausspricht, sollte dessen Empfehlung (im konkreten Fall einstimmig) dann auch akzeptieren und zwar selbst dann, wenn sie nicht unbedingt der eigenen politischen Überzeugung entspricht. Anonsten macht ein solches Gremium nämlich nicht den geringsten Sinn.

Jürgen Scherkenbeck

Untere Eich

Um die Wirtschaftsförderung in unserer Stadt beginne ich mir echt Sorgen zu machen.

Zum Beispiel die Untere Eich. Rückblickend scheint die Aktion des “Wappen-Kappens” vor einigen Jahren eine Art böses Omen gewesen zu sein. Angefangen hat es damit, dass uns Ratsmitgliedern der Ausbau des ALDI am Bahnhof mit einigen Leckerchen schmackhaft gemacht wurde: Alles sollte schöner, sauberer und attraktiver für Investoren werden, ALDI wollte den Straßenausbau selbst übernehmen und auch einen Zuschuss zu einer neuen Halle für den Verein Rollrausch geben. Mit einigen Bauchschmerzen wegen der Schließung des ALDI an der Eich habe ich damals auch diesem Bauvorhaben zugestimmt. Im guten Glauben, dass die Verwaltung sich um eine neue Halle für Rollrausch und um einen neuen Mieter für den ALDI kümmern würde.

Der gute Glaube geht mir allerdings mehr und mehr flöten.

Rollrausch steht nach dem Kraftakt des Umzugs, bei dem sich so viele Menschen engagiert haben, ohne Halle da und der ehemalige ALDI ist immer noch leer. Genauso wie das Ladenlokal des ehemaligen Netto. Wo sollen die älteren Leute einkaufen, die da wohnen und kein Auto haben? Wo sollen die Jugendlichen ihrem Sport nachgehen?

In der Burger Straße soll jetzt ein McDonald aufmachen, Bauantrag ist schon gestellt. Es geht also was, wenn man sich kümmert oder wenn die richtigen Leute sich zur richtigen Zeit kümmern.

Aber wer kümmert sich bei uns, bei “der Stadt”? Wir haben ein Amt für Wirtschaft, Umwelt und Stadtentwicklung. Und wir haben einen Marketing-Verein WiW. In ersteres werden bei gleichzeitger Personalreduzierung immer mehr Aufgaben hineinverfrachtet und zweiterem wird der Geldhahn zugedreht.

Wer also kümmert sich?

Das alles war übrigens schon 2008 ein Thema. Hier der Artikel in der BM

Man fasst es nicht! Hedgefonds wollen Menschenrecht auf Rendite einklagen

Zwar schon einige Tage her, aber immer noch eine Ungeheuerlichkeit!

Wie in der Online-Ausgabe des Spiegels am 19.01.2012 zu lesen war, wollen internationale Hedge-Fonds Griechenland im Falle eines Schuldenschnitts vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen! Ein von der griechischen Regierung erzwungener Schuldenschnitt sei ein Eingriff in das Eigentumsrecht der Hedgefonds – und das gelte in der EU als Menschenrecht. Aha! Die internationalen Hedgefonds als Hüter der Menschenrechte in Europa. Eine Aussage, die an Zynismus kaum noch zu überbieten ist.

Nur um es noch einmal in Erinnerung zu rufen. Hedgefonds sind die, die Heuschrecken gleich weltweit über Unternehmen herfallen, alles ihren kranken Renditezielen unterordnen und sobald ein Unternehmen ausgesaugt ist, wie ein gefräßiges Insekt weiterziehen. Vorher werden natürlich noch die Firma und insbesondere die Arbeitnehmer mit maximalem Gewinn abgewickelt.

Nicht genug damit, so stehen hinter den meisten Hedgefonds große, weltweit agierende Banken und zwar genau die, die die gesamte Weltwirtschaft aufgrund hochspekulativer Investments vor gerade einmal drei Jahren fast an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Die Griechenland-Krise wurde gerade von diesen “ehrenwerten” Unternehmen erst ausgelöst. Überhaupt erscheint aufgrund der jüngeren Vergangenheit der Begriff “Unternehmen” für eine Bank doch weitgehend fehl am Platze zu sein. Unternehmen gehen in der Regel verantwortungsvoll mit ihren Mitarbeitern um, sorgen für ausreichend Eigenkapital, überlegen sich ihre Investionen und damit erzielbare Renditen sorgfältig und sie zahlen selbstverständlich Umsatzsteuer. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit gehen Unternehmen in die Insolvenz und zwar ohne staatliche Hilfe. Ganz anders bei Banken, die genau so freie, an der Börse notierte Unternehmen sind wie jede Firma im produzierende Gewerbe. Banken verfügen in aller Regel kaum über Eigenkapital, investieren blind vor Renditegier in hochspekulative Anlagen, zahlen keine Umsatzsteuer und wehren sich selbst gegen eine lächerlich geringe Spekulationssteuer. Auch das Insolvenzrecht scheint für Banken keine Bedeutung zu haben. Im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten hat gefälligst der Staat und damit der Steuerzahler gerade zu stehen.

Aber das ist ja noch lange nicht Alles! Banken zahlen, wie wir jetzt wissen, selbst in wirtschaftlicher Schieflage noch Gehälter, die im produzierenden Gewerbe absolut utopisch sind. Herr Ackermann, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank hat sich in seinen besten Zeiten ein Jahreseinkommen von ca. 15-20 Mio Euro genehmigt. Man rechne einmal in einer stillen Stunde nach, wievielen tausend Arbeitnehmern in prekären Anstellungsverhältnissen man mit dieser Summe einen Mindestlohn zahlen könnte.

Eine derart verkommene Clique pocht also jetzt auf die unabänderliche Einhaltung ihrer Eigentumsrechte. Wohlwissend, dass sie damit die Wirtschaft in Griechenland vollkommen ruinieren und weite Teile der Bevölkerung ins Elend treiben wird. Ein Menschenrecht auf ein würdiges Leben und vor allem auf Arbeit gibt es eben nicht in Europa.

Der zitierte Artikel bringt mich einmal mehr zu der Überzeugung, dass der Staat dringend erheblich mehr Kontrolle im Bankensektor ausüben muss. Auch Banken müssen endlich begreifen, dass für sie die gleichen Spielregeln der sozialen Marktwirtschaft gelten wie für jedes andere Unternehmen. Die Zeiten des Manchester-Kapitalismus sind lange vorbei!

Jürgen Scherkenbeck

Wo ist eigentlich unser Bürgermeister ?

Unserer Stadt droht genau wie vielen anderen nordrheinwestfälischen Kommunen das Haushaltssicherungskonzept, falls aufgrund der weggebrochenen Gewerbesteuereinnahmen nicht eine nachhaltige, kurz- und mittelfristig Sparstrategie entwickelt wird. Seit Wochen wird in diesem Zusammenhang eine “Giftliste”, eine Zusammenstellung von Sparmaßnahmen der Verwaltung, diskutiert.

Doch was hört man von unserem sonst so omnipräsenten Bürgermeister?
NICHTS………………, ÜBERHAUPT NICHTS……….

Nicht ganz….
So betätigt er sich gerne öffentlichkeitswirksam als Standesbeamter für einen prominenten Parteifreund, schraubt Schilder an die Grundschule “Am Haiderbach” als Auszeichnung für die “Klasse 2000″ und betätigt sich als Pirat in den Nachbargemeinden.
Sicher alles wichtig und zu den Repräsentationspflichten eines Bürgermeisters gehörend.

Leider ist von der genau so wichtigen Aufgabe des Bürgermeisters, als Chef der Verwaltung tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln und vorzuschlagen, so überhaupt nichts zu hören. Wieviele Unternehmen wurden denn piratenmäßig schon nach Wermelskirchen geholt, um das Loch bei den Gewerbesteuereinbußen zu stopfen?

Apropos Piraten…
Da kommt mir ein ungeheuerlicher Verdacht!

Sollte unser Bürgermeister, der ja bekanntermaßen zu der gerade in Selbstauflösung befindlichen Partei gehört, vielleicht gar nicht in die Nachbargemeinden gereist sein, um Unternehmen abzuwerben? Vielleicht ist er ja voll und ganz mit Gesprächen zur Gründung eines Ortsverbandes der “Piratenpartei” beschäftigt. Da wäre er ja aufgrund seiner jüngeren Vergangenheit der ideale Oberpirat……

Jürgen Scherkenbeck

Unbekanntes Wermelskirchen

Die ehrenamtlichen Wermelskirchener Stadtführer bieten regelmäßig Führungen an, die einen ungewohnten Blick auf Wermelskirchen bieten.
Neben historischen Fakten wird auch Kurzweiliges aus dem “Dorp” vermittelt. In einem wirklich lesenswerten Artikel berichtet hierüber die Rheinische Post.
Ein kleines Video bietet einen Vorgeschmack auf die nächste Führung am 4. September.

Artikel:http://www.rp-online.de/bergisches-land/wermelskirchen/nachrichten/unbekanntes-wermelskirchen-1.1350527

Video: http://www.rp-online.de/video/leverkusen/kurz-urlaub-in-wermelskirchen-1.1350463

Jürgen Scherkenbeck

Schullandschaft Wermelskirchen

“Das Ende für bewährte Schulen” titelt die BM am 19.03.2011. Dem ist nicht so! Ein Umzug bzw. Abriss der Realschule im Jahr 2018/19 wurde nicht beschlossen! Dennoch stellt sich für alle unmittelbar Beteiligten und die politisch Aktiven in Wermelskirchen die Frage, wie es weitergehen soll mit der Schullandschaft in Wermelskirchen.

Diese Frage soll “in Ruhe” beurteilt werden, wie Herr Voß vom Schulamt bereits richtig betonte, und nicht von einer Tageszeitung forciert. Dem schließen wir uns als SPD an. In Ruhe bedeutet aber nicht im Geheimen und ohne Diskussion.

Neben unserer internen Arbeitsgruppe zu dem Thema laden wir deshalb alle Interessierten ein, sich an dieser Diskussion rege zu beteiligen.

Wie viele Eltern wünschen sich zum Beispiel eine Gesamtschule? Wie sehen die Lehrerinnen und Lehrer die Zukunft “ihrer” Schulform? Was wollen die Schülerinnen und Schüler und wie fühlen sie sich bei dieser Diskussion? Und wie sehen die Entwürfe der Parteien zur Schullandschaft in NRW eigentlich aus?

Diskutieren Sie mit uns! Das Thema “Schullandschaft in Wermelskirchen” in unserem Forum ist eröffnet.

(siehe auch rga-blog)

Knieptang

Im letzten Haupt- und Finanzausschuss (HuF) am 14.03.2011 erregte sich an dem Antrag der Bündnis-Fraktionen dann doch eine kleine Diskussion. Eigentlich galt das Ding nur als eingebracht und hätte im Grunde gar nicht diskutiert werden müssen. Nachdem jedoch zunächst Herr Hibst sich bemüßigt fühlte, einzelne Passagen daraus als besonders “sinnvoll” herauszustellen, kam es dann aber doch: Herr Burghoff machte seiner Entrüstung darüber Luft, dass die SPD doch tatsächlich gewagt hatte, das streng vertrauliche(!) Bädergutachten auf ihre Homepage zu stellen! Auch der Bürgermeister war pikiert und meinte, dass er das juristisch prüfen lassen wolle und so weiter.

Wie im Kommentar von Udo Teifel von der Bergischen Morgenpost aufgegriffen, “versuchte (Burghoff) das Gremium zu überzeugen, dass das Gutachten nicht Grundlage des Antrages zu Freibad und Quellenbad sei. In keinem Wort sei das Gutachten erwähnt oder Ergebnisse dargestellt, argumentierte er; er stellte sogar in Abrede, dass Vorschläge des Gutachters in den Antrag eingeflossen seien. “Die Bündnisgruppe hat das selbstständig erarbeitet.”"

Ich saß als Zuschauerin im Ausschuss und als Herr Burghoff das sagte, habe ich als erstes hektisch überprüft, ob aus irgendeiner meiner Taschen eine Kneifzange herauskuckte, von der man annehmen könne, dass ich mir damit für gewöhnlich meine Hosen anziehe!
Wer sollte das denn glauben?

Im Antrag steht: “Für das Quellenbad beantragen wir einen Gesamtsanierungsplan verbunden mit einer Rechtfertigung für seine längerfristige Zukunftsfähigkeit. Nachdem der Sanierungsplan vorliegt…” Hä??? Von Sanierungsplan war vor dem Gutachten niemals in irgendeinem Ausschuss die Rede! Im Bädergutachten aber wohl…

transparenzGut – von Arbeitskreisen kann ich hier natürlich nicht reden, weil die sind – genau wie das Bädergutachten, das ja immerhin mit Steuergeldern bezahlt wurde – nicht öffentlich und damit vertraulich. Ich wollte gerade schreiben, dass dies ein anderes Thema sei, aber im Grunde ist es genau das gleiche Thema! Und das heißt: Transparenz? Nein danke!

(zuerst veröffentlicht auf www.petraswelt-online.de) …und ich hör’ die Frösche quaken.. (siehe auch meinen letzten Blogeintrag dazu…)

Bädergutachten

freibad-schwimmbeckenSchnell sind sie ja – die Bündnis-Fraktionen. Hier zeigt sich der Vorteil von gebündelten Personalkapazitäten. Einen so umfassenden Antrag zu so unterschiedlichen Haushaltspositionen so schnell rauszuhauen – das verdient schon eine gewisse Anerkennung.

Zumindest, wenn man Schnelligkeit über Durchdachtheit und Seriosität stellt.

Und wenn man endlich bereit ist zur Kenntnis zu nehmen (neudeutsch würde ich jetzt schreiben “realisiert”), dass Vertraulichkeit keine fest definierte Größe ist, sondern eine Variable.

Da aber jetzt die Kuh schon mal auf dem Eis ist und auch die Bergische Morgenpost schon fragt “Wo bleibt das Bädergutachten?”, haben wir uns entschlossen, das Bädergutachten der Stadt hier auf der Startseite als PDF zur Verfügung zu stellen: Bädergutachten

Über die Dimensionalität des Denkens

O.k., o. k., ich geb’s ja zu: Ab und an kucke ich doch schon mal wieder in die Online-Ausgabe der BM. Aber ich reg’ mich nicht mehr auf – ich REG’ mich NICHT MEHR AUF!!! :-)

Heute zum Beispiel, als ich auf der WNKUWG-Homepage den Brief von Herrn Bornhold an Frau Tillmanns las (copy – paste, also Zitat!): “Sehr geehrte Frau Tillmanns, ich weise Sie höflichst darauf hin, dass Luftverunreinigungen nie in Einheit pro Qudratmeter, sondern immer pro Kubikmeter angegeben werden.”, da musste ich doch gleich mal nachschauen, ob das richtig zitiert war, weil Zitate können ja unter Umständen eine gewisse peinliche Dynamik entwickeln…

In irgendeinem Kommentar hatte nämlich Frau Tillmanns unseren Genossen Wolfgang Horn zitiert (ah, jetzt hab’ ich ihn wiedergefunden: Politiker müssen sich informieren): “Die Welt als Scheibe, das sei die Sicht der SPD Wermelskirchen auf die Dinge…”.

Dieses Zitat wiederum veranlasste Jürgen Scherkenbeck, über die “Dimensionalität des Denkens und Schreibens” nachzudenken und ließ ihn zu der Schlussfolgerung kommen, dass es rein dimensionstechnisch keinen Unterschied mache, ob man auf einer Scheibe oder einer Kugel stehe und dass der Kommentar “eine ziemliche Nulldimensionalität im Denken” verrate.

Wenn ich mir jetzt noch einmal den Anfang des Briefes von Rüdiger Bornhold anschaue, dämmert mir langsam, was er meinte…

O. k., o. k. – Politikerinnen und Politiker müssen sich informieren. Journalistinnen und Journalisten müssen das dann aber auch. Außerdem sollten sie von Berufs wegen recherchieren, nachdenken und vor allem auch mal redigieren…

Dioxin: der halbe Skandal

Ruhig geworden ist es um das Topthema zum Jahreswechsel: Der Dioxin-Skandal.

Was war geschehen:
Der Futterfetthersteller Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein hatte dioxinbelastetes Industriefett zur Futterfettherstellung verwendet und die Produkte über die Spedition Lübbe bundesweit an Tierfutterhersteller geliefert. Daraufhin wurden die zulässigen Grenzwerte für Dioxine von 3-6 ng/kg in Eiern und einigen Fleischsorten um das 2-5 fache überschritten. Die Folge: Mehr als 4700 landwirtschaftliche Betriebe wurden vorübergehend geschlossen, egal ob tatsächlich Dioxin in den Produkten gefunden wurde oder nicht. Der Bezug von Produkten von Harles und Jentzsch reichte aus. Der Schaden für die Betriebe belief sich summiert auf mehr als 60 Mio Euro pro Woche. Presse, Funk und Fernsehen kannten tagelang kein anderes Thema mehr. Experten und solche, die sich dafür hielten sprachen von systematischer Lebensmittelvergiftung und riefen zum Boykott industriell gefertigter Nahrungsmittel auf. Und Harles und Jentzsch? Die Firma hat bereits Mitte Januar 2011 Insolvenz angemeldet. Die Geschäftsführer der Spedition Lübbe sehen einer Klage wegen unerlaubter Lagerung von Fetten für die Futtermittelherstellung entgegen. Das Verschneiden von Tier- oder Pflanzenfetten mit Industriefetten, der eigentliche Auslöser der Dioxinverseuchung, scheint juristisch eher nebensächlich zu sein.

Richtig ist:
Es ist eine Schweinerei im wahrsten Sinn des Wortes, Industriefette, die in vielfältigster Art und Weise kontaminiert sein können, für die Herstellung von Tierfuttermitteln zu verwenden. Erst recht ein Verbrechen ist es, wenn in voller Kenntnis einer Kontamination aus reiner Profitgier weiterhin Industriefett zum Verschneiden verwendet wird, wie im besagten Fall geschehen. Daher kann der Gesetzgeber nur dazu aufgerufen werden, die Verwendung von Industriefetten für die Herstellung von Futtermitteln grundsätzlich zu untersagen. Zusätzlich sollten die Industriefette eingefärbt und entsprechend kenntlich gemacht werden. Bei der Herstellung von Tierfuttermitteln sollte wie bei Lebensmitteln genau festgelegt werden, welche Stoffe erlaubt und welche eben verboten sind.

Genau so richtig ist aber:
Halbwissen, subjektive Ängste, eine auf Sensation ausgerichtete Berichterstattung und eine dumpfe Abneigung gegen die konventionelle Landwirtschaft sind ein übles Gebräu, den zweifelsohne vorhandenen Skandal vernünftig zu beurteilen. Landwirtschaft soll grün, niedlich und bloß nicht industriell sein. Doch vor Gift in Lebensmitteln schützt diese Idylle noch lange nicht.

Um nur einige typische Fehleinschätzungen zu nennen:

1. Die industrielle Landwirtschaft ist schuld
In der Tat erfolgt die „Tierproduktion“ in Deutschland weitgehend industriell. Höfe mit mehr als 1000 Schweinen und 100.000 und mehr Hühnern sind keine Seltenheit. Das kann man gut finden oder nicht. Es ist Fakt! Derart große Betriebe können ihre Futtermittel wie von den Grünen gefordert, nicht auf dem eigenen Hof anbauen, schon alleine aufgrund der benötigten Flächen. Futtermittel werden im Übrigen auch dazu gekauft, um den Tieren eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung zu sichern. Eine Landwirtschaft, bei der der Landwirt komplett alles selbst anbaut und auf jede Arbeitsteilung verzichtet, stellt einen Rückfall in das vorindustrielle Zeitalter dar. Zu diesen Zeiten konnte ein Landwirt mit Ach und Krach zwei bis drei Menschen, die nicht in der Landwirtschaft tätig waren, ernähren und nicht wie heute mehrere Dutzend!

2. Mit Bioprodukten wäre das nicht passiert
Leider doch: 2009 wurden aus der Ukraine mehrere Tausend Tonnen Biomais importiert, die erhöhte Dioxinwerte aufwiesen. Der Mais wurde von Biofuttermittelherstellern überwiegend zu Hühnerfutter verarbeitet. In der Folge wurden Biohöfe in mehreren Bundesländern geschlossen und Bioeier verschwanden aus den Regalen der Discounter. Erstaunlicherweise war die Aufregung bei diesem Bioskandal weitaus geringer. Anscheinend ist „Biodioxin“ weniger gefährlich. Und überhaupt: Eine umfangreiche Untersuchung der Stiftung Warentest, die nun bestimmt nicht im Rufe steht, von den großen Agrarkonzernen wie Monsanto, Bayer oder BASF gesponsert zu werden, hat im vergangenen Jahr klar gezeigt, dass konventionell erzeugte landwirtschaftliche Produkte, nach objektiven Kriterien gemessen, von mindestens der gleichen Qualität sind wie alternativ erzeugte. Letztere enthalten zwar keine oder nur geringste Mengen an Pflanzenschutzmittelrückständen, dafür aber mehr Toxine, die von einem verstärkten Befall mit Pilzen und tierischen Schädlingen herrühren.

3. Dioxin – das Ultragift
Um kein Gift wird so viel Aufhebens gemacht wie um Dioxin. Es fängt schon damit an, dass es sich hierbei um eine ganze Klasse von chemischen Verbindungen handelt, die sich in ihrer Giftigkeit und biologischen Abbaubarkeit erheblich voneinander unterscheiden. Dioxine sind auch keine Verbindungen, die von der oft gescholtenen chemischen Industrie in großem Maße freigesetzt werden. Dioxine und verwandte Substanzen entstehen bei jedem Verbrennungsvorgang, z.B. auch beim sommerlichen Grillen. Keine Frage, einige Vertreter dieser Klasse sind extrem giftig und krebserregend. Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal für Dioxine. Es gibt eine ganze Anzahl natürlicher Verbindungen wie das Tetanus-Toxin (Giftstoff, der von Tetanus-Bakterien freigesetzt wird) oder das Botulinus-Toxin, das von Bakterien produziert wird, die Lebensmittelvergiftungen verursachen. In manchen Kreisen wird das Toxin unter dem Handelsnamen Botox auch gerne zum Lippen Aufspritzen verwendet. Diese beiden natürlichen Gifte sind sage und schreibe 10.000 bzw sogar 30.000 mal giftiger sind als das giftigste Dioxin („Seveso-Gift“). Auch das „Allerweltstoxin“ Aflatoxin, das in jeder schimmligen Paranuss reichlich vorhanden ist, ist stärker krebserregend als Dioxine. Gefährlich sind die Dioxine weniger wegen ihrer akuten Toxizität, sondern aufgrund ihrer schlechten Abbaubarkeit und die damit verbundene Anreicherung im Fettgewebe von Menschen, die langfristig zu erheblichen Schäden führen kann. Grundsätzlich gilt auch immer noch das schon im 16. Jahrhundert von Paracelsius formulierte Dosis-Wirkungsgesetz: “Die Dosis macht das Gift. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz meldete hierzu schon vor 10 Jahren: „Die Belastung der deutschen Bevölkerung mit Dioxinen und anderen Organochlorverbindungen hat deutlich abgenommen. Das zeigen Analysen von mehr als 30 000 Frauenmilchproben. Die Auswertung dieser Daten ergab, dass Frauenmilchproben 1997 im Durchschnitt ungefähr 60 Prozent weniger Dioxine und Furane enthielten als noch 1990. Auch andere Umweltgifte wie DDT oder PCB hinterließen weniger Spuren.

4. Der Grenzwert wurde überschritten und damit besteht Gesundheitsgefahr
Der Grenzwert für die Summe aller Dioxine liegt in Abhängigkeit des jeweiligen Lebensmittels bei ca. 3-6 ng/kg. Das bedeutet 0,000.000.003 g Dioxin pro kg Lebensmittel und entspricht salopp gesagt ungefähr einem Stück Würfelzucker in der Bever-Talsperre. Die Festlegung dieser Grenzwerte ist im Übrigen ein ausgesprochen komplexes Verfahren. Stark vereinfacht ausgedrückt: Auf den empfindlichsten Tierversuch (der Mensch reagiert auf Dioxine wie man seit Seveso weiß, deutlich unempfindlicher als die Versuchstiere, auf denen die Grenzwerte beruhen) wird willkürlich noch einmal ein Sicherheitsfaktor von 100-1000 hinzugerechnet. Von Dioxin-Kontamination wird nach internationalen Konventionen erst bei Überschreiten eines Wertes von 15.000 ng/kg (!!!) gesprochen. Ein Überschreiten eines Grenzwertes um den Faktor 2-5 wie er in den Eiern und diversen Fleischprodukten festgestellt wurde, ist damit eigentlich nicht einmal der Rede wert. Erst recht wird hierdurch nicht die Gesundheit gefährdet. Der Rauch einer Schachtel Zigaretten enthält mehr krebserregende Substanzen (darunter auch Dioxine) wie ein durchschnittlicher Konsument sein ganzes Leben lang durch kontaminierte Eier aufnimmt.

5. Foodwatch und alle die nichts mit Industrie und Staat zu tun haben sind die Guten
Kein Skandal ohne Experten. Besonders hervorgetan hat sich bei dem diesjährigen Dioxin-Skandal die Organisation „Foodwatch“ mit der aufreißerischen Behauptung, das Dioxin käme aus einem Pflanzenschutzmittel namens Pentachlorphenol. Foodwatch beruft sich hierbei auf ein Gutachten eines Dr. Roland Weber, Leiter der Firma „POPs Environmental Consulting Göppingen“. Auf der Webseite von Foodwatch heißt es hierzu wörtlich: „Die ausführliche Analyse des international renommierten Dioxinexperten Dr. Roland Weber, der u.a. an der Universität Tübingen und in der Industrie zu diesem Thema geforscht hat und seit Jahren als Berater auf dem Dioxin und POPs Gebiet primär für UN-Organisationen und Umweltministerien tätig ist, finden Sie…“

Schauen wir uns Herrn Dr. Weber doch einmal genauer an:
„an der Universität Tübingen geforscht“: Das stimmt so nicht. Dr. Weber hat Ende der 90iger Jahre seine Doktorarbeit im Bereich der Organischen Synthese angefertigt, aber immerhin auf dem Gebiet der Dioxine. Eigenständige wissenschaftliche Arbeiten als Wissenschaftler oder Dozent hat er niemals in Tübingen durchgeführt. Seit dieser Zeit gibt es auch keine offiziellen Verbindungen mehr zur Universität Tübingen, wie beispielsweise wissenschaftliche Publikationen. „in der Industrie geforscht“ heißt im Klartext eine mehr oder weniger kurzfristige Anstellung bei der japanischen Stahlfirma und Schiffswerft „ Isihikawajima harima Heavy Industries“. Das ist genau der „richtige Ort“, um internationale Reputation auf dem Dioxin Gebiet zu erwerben. Eine japanische Schiffswerft! Es kommt noch besser: Die Firma „POPs Environmental Consulting Göppingen“ hat weder eine eigene Webseite, noch ist sie im Telefonbuch zu finden. Es reicht nicht einmal für eine eigene e-mail Adresse, die muss man sich schon kostenlos bei web.de holen: roland.weber10@web.de. Zu den angeblichen Beratertätigkeiten von Herrn Dr. Roland Weber für UN-Organisationen und Umweltministerien schweigt sich das sonst so auskunftsfreudige Internet gänzlich aus.

Und wie sieht das von Foodwatch zitierte Gutachten aus?
Schon der erste Blick offenbart, dass es sich nicht um ein Gutachten, sondern um eine Powerpoint – Präsentation handelt, die schlichtweg literatur- bzw. webbekanntes Wissen zusammenfasst. Es wird nicht eine einzige eigene Untersuchung von Probenmaterial der Firma Harles und Jentzsch präsentiert. Zumindest wird dies nicht kenntlich gemacht. Es ist schlichtweg kein Gutachten. Der besondere Knaller allerdings ist die auf Folie 21 beschriebene Feststellung, dass Pentachlorphenol, weil es als Pflanzenschutzmittel in nahezu allen Ländern der Welt seit langem verboten ist, nicht der Auslöser der Dioxin-Verunreinigung des Industriefetts sein kann. Genau das Gegenteil war auf der Homepage von Foodwatch zu lesen. Man hält es nicht einmal für nötig, das selbst in Auftrag gegebene „Gutachten“ zu lesen. Und warum? Ganz einfach: Bei Pentachlorphenol ist der Schuldige schnell gefunden: die böse Pflanzenschutzindustrie, deren einziges Anliegen es ist, die Menschheit langsam aber sicher zu vergiften. Erst eine kristallklare Stellungnahme des Umweltbundesamtes, die die Pentachlorphenol-These unter der Rubrik Blödsinn vermerkte, veranlasste Foodwatch dann die Formulierung Pentachlorphenol in Chlorphenol umzuändern. Eine kleine, aber feine Änderung. Chlorphenole werden in allen möglichen industriellen Produkten wie Desinfektionsmitteln (z.B. in den allseits bekannten Toilettensteinen) verwendet aber keinesfalls mehr in modernen Pflanzenschutzmitteln.

Und zuletzt auch noch ein Wort zu Foodwatch:
Es ist schon mehr als erstaunlich, dass irgendeinem Verein oder Organisation sobald sie versichern, nicht staatlich zu sein und auch kein Geld aus der Industrie zu bekommen, ein geradezu grenzenloses Vertrauen entgegengebracht wird. Die Frage nach den wirklichen Zielen solcher „Gutvereine und Gutorganisationen“ wird erst gar nicht mehr gestellt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Webseite von Foodwatch. Das gesetzlich vorgeschriebene Impressum, das im Übrigen auch für gemeinnützige Vereine verbindlich ist, fehlt gleich vollständig. Den Vorsitzenden des Vereins Foodwatch erfährt man somit nur durch Googeln. Es ist ein gewisser Thilo Bode. Thilo Bode? Genau, das ist der Volkswirt und Finanzberater, der jahrelang bei Greenpeace eine Topmanager-Funktion besaß und dort sicher bis zur Perfektion gelernt hat, wie man mit den Ängsten der Menschen vor Umweltzerstörung maximalen Gewinn erwirtschaften kann. Und genau so ist die Webseite von Foodwatch aufgebaut. Im Hauptfenster wird Angst geschürt, um dann auf den Seitenleisten hemmungslos die eigenen Produkte anzubieten und für Spenden zu werben bis hin zum Testament. Das ist in hohem Maße unanständig und für gemeinnützige Vereine auch nicht erlaubt. Zum Vergleich werfe man mal einen Blick auf die Webseiten wirklich seriöser Organisationen wie Stiftung Warentest, oder die Seiten der Verbraucherzentrale NRW oder auch das Umweltbundesamt.

Und das Fazit der langen Geschichte?
Der Dioxin-Skandal ist ein mustergültiges Beispiel für eine fatale Fehleinschätzung von Lebensrisiken in weiten Teilen der Bevölkerung. Seit Bestehen der Bundesrepublik ist noch kein Mensch durch ein Dioxin ums Leben gekommen oder auch nur nachhaltig in seiner Gesundheit beschädigt worden. Wir haben aber auf der anderen Seite überhaupt kein Problem mit immer noch fast 6000 Verkehrstoten im Jahr sowie zehntausende Tote durch Alkohol- und Nikotinmissbrauch.

Die Industrie in unserer Marktwirtschaft arbeitet nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung. Keine Frage. Aber sind die Firmen deswegen allein schon grundsätzlich die Schlechten? Dabei wird übersehen, dass es in diesem Land auch eine Ökoindustrie gibt, die ebenfalls nach diesem Prinzip arbeitet. Dieser ganze Wirtschaftszweig lebt zu guten Stücken von den Ängsten der Menschen vor Umweltzerstörung, belasteten Lebensmitteln, Klimakatastrophe usw. Das Maß der Dinge ist immer noch der gesunde Menschverstand und eine gute Portion Misstrauen, nicht nur gegen Politik und (Groß)industrie sondern auch gegenüber den Medien und den selbsternannten Heilsbringern aus der Ökobranche, die ihre Gewinne genau aus diesen Skandalen beziehen. Die Leidtragenden bei dem Dioxin-Skandal sind einmal mehr diejenigen, die am allerwenigsten dafür können: Unsere Landwirte.

Prof. Dr. Jürgen Scherkenbeck
Dipl. Chem.