Klarstellung zur Diskussion um die ZĂŒgigkeit des Gymnasiums und zur Schulentwicklung in Wermelskirchen

22. Mai 2025 | Schule & Bildung, Wermelskirchen

Die SPD Wermelskirchen nimmt die öffentliche Debatte zur zukĂŒnftigen Schulstruktur in unserer Stadt sehr ernst. Der Leserbrief von Frau Hallmann, die Erwiderung von Jochen Bilstein als Vorsitzendem des Schulausschusses sowie RĂŒckmeldungen von Eltern, LehrkrĂ€ften und anderen Beteiligten zeigen, wie wichtig ein sensibler und sachlich fundierter Umgang mit dieser Thematik ist.

1. Die Faktenlage: Schulentwicklungsplanung und gesetzlicher Rahmen

Die aktuelle Debatte um die Begrenzung der ZĂŒgigkeit des Gymnasiums Wermelskirchen basiert auf den Zahlen des fortgeschriebenen Schulentwicklungsplans, den Verwaltung und Politik gemeinsam beraten und verabschiedet haben. Dieses Planungsinstrument basiert auf belastbaren Daten zur Geburtenentwicklung, zur Entwicklung der Anmeldezahlen und auf KapazitĂ€ten des stĂ€dtischen Schulraums. Die Festlegung einer FĂŒnfzĂŒgigkeit des Gymnasiums und einer SechszĂŒgigkeit der Gesamtschule folgt diesen realen Rahmenbedingungen und orientiert sich am Ziel, allen Kindern in Wermelskirchen ein gutes Bildungsangebot zu ermöglichen – nicht nur im Heute, sondern auch mit Blick auf die kommenden Jahre.

2. Kein “Druckmittel” – sondern verantwortliche Ressourcensteuerung

Die Sorge von Frau Hallmann, eine Festschreibung der ZĂŒgigkeit diene als „Druckmittel gegen den Elternwillen“, weisen wir in dieser PauschalitĂ€t entschieden zurĂŒck. Die SPD Wermelskirchen steht fĂŒr eine transparente und nachvollziehbare Schulpolitik, die auf Dialog, Beteiligung und Vernunft fußt. Der Elternwille ist uns wichtig – doch er muss im Rahmen des Leistbaren und Machbaren gesehen werden. Eine unbegrenzte Erweiterung einzelner Schulformen wĂŒrde zwangslĂ€ufig zulasten anderer Schulen und letztlich zulasten der BildungsqualitĂ€t gehen.

3. Eine Gesamtschule fĂŒr Wermelskirchen – nicht gegen das Gymnasium, sondern fĂŒr mehr Bildungsgerechtigkeit

Mit der GrĂŒndung der Gesamtschule in Wermelskirchen wurde ein wichtiger Schritt getan, um endlich auch in unserer Stadt ein durchgĂ€ngiges Bildungsangebot zu schaffen, das alle AbschlĂŒsse ermöglicht. Die SPD hat diesen Weg von Anfang an mit Überzeugung unterstĂŒtzt – nicht gegen das Gymnasium, sondern fĂŒr mehr Chancengleichheit und Bildungsvielfalt. Die Gesamtschule soll nicht als Konkurrenz, sondern als gleichwertige ErgĂ€nzung verstanden werden.

4. Verantwortungsvoller Umgang mit SchulrÀumen

Der bestehende stĂ€dtische Schulraum ist begrenzt – das beschreibt auch unser Beitrag „Der Wert der Freiheit in begrenztem Raum“ zutreffend. Es ist die Pflicht der Kommune, diesen Raum verantwortungsvoll zu verteilen. Das bedeutet, dass beide weiterfĂŒhrenden Schulen – Gymnasium und Gesamtschule – angemessene und vergleichbare Bedingungen vorfinden sollen. Die dauerhafte Belegung einzelner GebĂ€ude durch nur eine Schule widerspricht diesem Grundsatz.

5. Dialog und Verantwortung statt Unterstellung und Polarisierung

Wir respektieren die langjĂ€hrige pĂ€dagogische Erfahrung von Frau Hallmann, möchten aber auch betonen: Pauschale Unterstellungen wie die Aussage, Verwaltung und Rat wĂŒrden „gegen oder ohne die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger regieren“, sind nicht nur falsch, sondern auch kontraproduktiv. Solche Formulierungen polarisieren und erschweren eine sachliche Auseinandersetzung. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung braucht es faktenbasierte Politik, keine Stimmungsmache.

6. Unser Ziel: Ein vielfÀltiges, tragfÀhiges und gerechtes Schulsystem

Die SPD Wermelskirchen setzt sich dafĂŒr ein, dass alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in unserer Stadt gute Bildungschancen erhalten – unabhĂ€ngig von ihrer Herkunft, vom Elternhaus oder von der gewĂ€hlten Schulform. Das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten – Schulen, Verwaltung, Politik und Eltern – kooperativ zusammenarbeiten.

Wir laden daher alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ein, sich konstruktiv in die Diskussion einzubringen. Kritik ist wichtig – sie sollte jedoch auf Fakten beruhen und im Respekt vor der Arbeit der anderen formuliert werden.

SPD Wermelskirchen

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